Ein Fund vom Meer

16. Juni 1923

Gustav, Johannes und Joseph trafen sich an einem wunderbaren Samstagmorgen am Schalter der Reederei A.G. Ems um ihre Tickets für den Salondampfer “Rheinland” zu erstehen. Dieser legte kurz nach 12:00 Uhr in Emden ab. Die Männer warteten noch auf Herrn Müller – der aber nicht erschien. Auf dem Dampfer traf Johannes seinen alten Studienfreund Conrad von Gehrenfels. Schnell machten sich alle bekannt und nach einem kurzen Plausch lud Conrad alle in das Nordseehotel ein – das “führende, bestrenommierte Haus allerersten Ranges auf der Insel”. Um die Kosten und das Gepäck kümmere er sich schon. Johannes, Joseph und Gustav willigten ein.
Auf der Fahrt machten sie desweiteren Bekanntschaft mit einem gewissen Leonard von Rußhold und seinem Bediensteten. Leonard von Rußhold starrte immer wieder finster durch die Menge. Auch Joseph traf so ein Blick, worauf Joseph Leonard von Rußhold direkt ansprach. Nach einem kurzen Plausch der beiden, suchte sich von Rußhold jemand anderen aus, den seine Blicke trafen, eine etwas dickere Frau Mitte vierzig. Immer wieder blickte von Rußhold zu ihr hinüber, seine Blicke waren schon fast hasserfüllt. In Begleitung von Rußholds reisten auch noch zwei weitere seiner Bediensteten. Diese bewachten auf der “Rheinland” drei große Holzkisten.
Nach zwei Stunden legte der Dampfer in Borkum an. Beim Ausstieg vom Dampfer konnte Joseph noch hören, wie von Rußhold in Richtung der dickeren Frau murmelte: “Bürgerliche Schnepfe, man sollte ihr eine Lektion erteilen!” Johannes bemerkte wie die drei Kisten auf einen Karren gehoben und Richtung Borkum abtransportiert wurden. Joseph, Johannes und Gustav machten sich hiernach auf mit der Bahn Richtung Borkum zu fahren.
Conrad von Gehrenfels hatte nicht zu viel versprochen, das Nordseehotel war exquisit. Das Gepäck wurde geliefert und die Herren bezogen ihr Zimmer. Zur gleichen Zeit bezog im selben Hotel ein gewisser Herr Schneider nebst seiner Ehefrau ein Zimmer.
Gustav, Jospeh und Johannes machten sich kurz darauf auf, der Pension “Haus Constanze” einen Besuch abzustatten. Die Pension wurde vom Bürgermeister Peter Paul Taalke für die Herren gebucht und wie sie richtig vermuteten, wollte er sich dort auch mit ihnen treffen. Man unterhielt sich kurz und man einigte sich darauf, die Statue, die ja jetzt aus Gold bestand – sehr zur Verwunderung des Bürgermeisters – ins Störtebecker Schauhaus zu bringen. Desweitern lud Herr Taalke die Herren auch noch auf ein Gala-Dinner zu ihren Ehren ein. Das Gala-Dinner soll am 20.Juni im Rathaus in Borkum stattfinden.
Hiernach machten sich die Drei auf in Richtung Störtebecker Schauhaus, um mit demjenigen zu sprechen, der für das Museum und die Figur zuständig war, einer gewissen Annette Friedrichsen. Annette…war nicht in den Briefen von Malte die Rede von einer Annette.
Am Störtebecker Schauhaus angekommen, sprachen die Charaktere die junge Frau in ihrem Büro auf ihre Beziehung zu Malte Griebsen an, doch zuerst wollte sie nichts damit zu tun haben. Johannes ließ aber nicht locker und so erzählte die Frau, dass sie diese schreckliche Figur von ihrer Insel haben wollte und so benutzte sie den einfältigen Malte dazu, die Figur zu stehlen. Als ihr Johannes erzählte, dass Malte sowohl die Zunge als auch die Augen herausgeschnitten wurden, war das zuviel für die junge Frau und sie viel in Ohnmacht. Schnell wurde ein Arzt gerufen, der sie zur Behandlung mitnahm. Johannes und Gustav scheuchten alle Schaulustigen aus dem Museum und durchsuchten es danach noch. Leider konnten sie nichts nennenswertes finden. Sie schlossen das Schauhaus ab und beschlossen den Schlüssel am nächsten Tag Annette Friedrichsen zurückzugeben. Joseph hatte indessen eigene Vorkehrungen für die Verwahrung der Statue getroffen. Die drei Männer flanierten abends noch durch die Strassen Borkums und gingen danach ins Bett.

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Bendor

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